00 – Einleitung Camino del Norte (Jakobsweg)

Wandern geh ich gerne. Angefangen hat alles mit Sabine. Als ich 2009 kurz vor Weihnachten von meinem Thailand Urlaub wieder kam, fuhren wir am zweiten Weihnachtsfeiertag nach Schottland auf die Isle of Skye.

Vom Sportlichen Aspekt her war mein Leben vorher eine Katastrophe. Ich hab nix gemacht ausser gezockt und geraucht. Gut das Rauchen hab ich 2008 aufgegeben, soweit ich mich erinnern kann, das war aber auch schon das einzige.

Die Herausforderungen waren gewaltig, zumindest für mich. Danach kam noch der West Highland Way, diese war noch grösser! Wieso erzähl ich das, es geht ja schliesslich um den Jakobsweg, ganz einfach: 

Normalerweise bin ich öfter mal in Schottland, da wohnt Sabine. 2012 ist für Sabine ein Wandertechnischer Totalausfall, daher musste ich mir was anderes einfallen lassen

Ich habe lange überlegt, GR20, E5 oder sonst eine Wanderung. Der Jakobsweg schwirrte aber auch in meinem Kopf und so entschloss ich eine Machbarkeit’s und Planung’s Phase einzuleiten. Je länger ich plante umso entschlossener wurde ich den Walk meines Lebens durchzuziehen. Ein nicht kleiner Teil meiner Motivation entsprang auch religiösen Gründen.

Im Februar begann die heisse Planphase, ich wollte den Camino Frances gehen, also besorgte ich mir Unterlagen und alle möglichen Infos über den Weg. Die erste grosse Hürde war der benötigte Urlaub (5 Wochen) den ich brauche, daher sprach ich mit unserem Abteilungsleiter und er sagte das es in Ordnung wäre, ein Dankeschön dafür an dieser Stelle! Ich plante 6 Wochen Urlaub ein am Ende wurden es dann 5 Wochen. Die Planungen liefen und irgendwann als ich mir selber sicher genug war fing ich an es engen Freunden zu erzählen. Eine Arbeitskollegin, die Katja war ein Jahr zuvor auf dem Camino del Norte als Radpilgerin unterwegs.. Radpilger darf man sich ruhig als wilde Pistenrambos die auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen vorstellen!!! *g*
Als wir uns darüber unterhielten meinte sie das der  Camino del Norte der schönere Weg wäre, ausserdem nicht so überlaufen und es sieht ähnlich aus wie in Schottland, nur das es weniger regnet! Da sie mich gut kennt überlegte ich ob ich das nicht tun sollte.

Es dauerte ne Weile und ich fing an mit der Frances Route zu hadern. Kurz darauf besorgte ich Unterlagen für den Camino del Norte. Die letzte Entscheidung für den Küstenweg hat dann die problematische Anreise nach Saint Jean Pier de Port gebracht. Für mich sowieso eine heikle Angelegenheit,  wenn ich mich nicht gut verständlich machen kann werd ich immer hektisch.

Beim Küstenweg, jahhhhhhhh da konnte ich nach Bilbao fliegen und mit dem Bus nach Irun zurückfahren! Das ist gut, eine Woche später bemerkte ich dass der Küstenweg ja durch Bilbao geht und ich eigentlich gleich von da losgehen könnte, es fehlte mir zwar ein Stück aber 698,7km sind ja wohl doch genug!

GPS Track

Langsam wurde immer alles konkreter, plötzlich waren die Flüge gebucht!

    • Hinflug: 13.05.2012 München -> Madrid -> Bilbao
    • Rückflug: Santiago de Compostela -> Barcelona -> München

Die Streckenplanung lief auf Hochtouren. Raus kam ein Plan mit 27 Etappentagen, 6 Reserve Tagen und einer Gesamtzeit von 33 Tagen in Spanien plus 2 Reisetage. Die Etappen lagen zwischen 25 und 37km pro Tag und ergaben sich aus Erfahrungswerten vom West Highland Way:

    • ca. 170km
    • ca. 27kg Gepäck
    • ca. 20km pro Tag

daraus folgte der Schluss das mit geplanten 10 bis 13kg (je nach Vorrat an Essen und Trinken) eine Etappenlänge von bis zu 35km kein Problem ist. Später musste ich schmerzhaft feststellen das dem nicht so ist, aber dazu später mehr.

Erst schien alles noch so weit weg und auf einmal war der Tag gekommen. Die Anreise nach Bilbao.

 

….nächste Woche geht’s weiter!

 

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