Casa de la Trinidad

14.05.2012: Der Weg, die Sonne und Hunger! Teil 3

Nix Yakuzo!

Meine kleine mysteriöse Gestalt aus Teil 2 heisst Su Li und ist eine Pilgerin aus Südkorea. Sie ist mit einer Deutschen Namens Birgit unterwegs und wollte mir mitteilen: Hey, hier

Eingang zur Pilgerherberge Casa de la Trinidad im Kloster San Francisco

ist die Herberge! Wir stehen am Eingang der Herberge, die in einem alten monströsen Kloster untergebracht ist. Es ist heiß, wir unterhalten uns im Schatten gute 10 Minuten um dann den Weg zur Anmeldung anzutreten. Ich gehe zur Tür und will klingeln. Aber Su Li drückt sich mit einem Grinsen zwischen mich und die Tür. Stolz sperrt sie mit ihrem Schlüssel auf und lässt mich rein. Beim Reingehen gibt sie der Türklingel noch eine mit, um die Klosterschwester auf den Neuankömmling aufmerksam zu machen, haut mir auf die Schulter und mit einem „see you“ verschwindet sie grinsend durch das schwere, eiserne Eingangsportal.

 

Casa de la Trinidad.

So heisst die Herberge, die im Kloster San Francisco untergebracht ist. Ein alter und mächtiger Bau. Alleine das schwere, eiserne Eingangstor ist schon sehr beeindruckend. Ich steh ganz alleine im dunklen Eingangsbereich .Obwohl es draußen gut 30 Grad hat, ist es hier kalt. Die dicken Mauern lassen kaum Wärme durch. Die Fenster, die den Namen nicht verdienen, sind aus einer anderen Zeit, in der das Kloster noch mit Pfeil und Bogen von Feinden angegriffen wurde. Ich höre ein Poltern. Durch eine Wendeltreppe, die von oben in den Raum kommt, fällt mystisches Zwielicht in den Raum und auf einmal sehe ich einen Schatten die Treppe runterkommen.
Die Szene erinnert an „Herr der Ringe“ als Sam Frodo von den Orks befreien will und sein gewaltiger Schattenwurf die Treppe aufwärts alle Orks einschüchtert, so was in der Richtung kommt auf mich zu :-) Na Prost Mahlzeit!

Klein aber oho

Und ähnlich wie bei „Herr der Ringe“ kommt eine kleine, gut genährte Klosterschwester trepabwärts direkt auf mich zu und fängt an mich auf Spanisch vollzutexten, dass mir die Ohrwaschel schlackern. Wie so oft, kommt bei mir nur eins an: Sprechblasen :-) Ich lach Sie mit einem Schulterzucken an und halte Ihr meinen Pilgerausweis unter die Nase. Sie grinst zurück, stempelt meinen Ausweis und kassiert die fällige Gebühr von 5 Euro. Ihr Blick deutet mir an, dass ich ihr folgen soll und dass mache ich auch brav. Sie zeigt mir Bad, Aufenthaltsraum und bringt mich dann in ein Zimmer zu meinem Bett. Hier soll ich also Schlafen. Mit 4 Betten ist der Schlafraum relativ komfortabel. Ein grosser Spiegel und ein paar Gelegenheiten nasse Sachen zum Trocken aufzuhängen. Im Raum sind schon 2 weitere Pilger: Robert und Karl. Sie kommen aus Österreich. Sehr schön, die Sprechblasen halten sich also in Grenzen ;-)

Bayern und Österreich.

Willkommen unter Nachbarn – 2 Personen die keine Sprechblasen über Ihren Köpfen haben. Robert kommt aus Salzburg und ist Lokomotivführer und Karl ist ein Pensionär aus Wien. Als ich zur Dusche will, klärt mich Robert auf, dass warmes Wasser hier eher begrenzt vorhanden ist.

Duschvorrichtungs-Analyse

Karl hat als erster geduscht. Status: Durchgehend warm.
Robert war Nummer zwei. Status: 2 Minuten warm!
Ich. Status: Durchgehend warm!

Ich kann mir das Grinsen nicht verdrücken, als ich vom Bad zurückkomme. Der Boiler hat scheints wenig Warmwasser auf Vorrat, aber allem Anschein nach heizt er ganz schön schnell.

Abendprogramm!

Der Plan für unser gemeinsames Abendprogramm ist klar. Erst ein schönes, kühles Bierchen in einer gemütlichen Bar, anschließend essen und zu guter Letzt noch einen „Gute Nacht Drink“.

Punkt eins haben wir gleich in Arbeit. 50 Meter von der Herberge entfernt liegt eine wirklich schöne Bar mit weit geöffneten Flügeltüren aus hölzernen Rahmen und mit viel Glas. In einer Ecke befindet sich eine grosse und schwer wirkende L-förmige Theke. In jeder Ecke hängt jeweils ein 52“ Flachbildschirm, auf dem eine Tennis Übertragung läuft. Wir setzen uns, jeder bestellt sich ein Bier, prosten uns zu und ach wie schön ist das Pilgerleben! Das ist echt genial! Nach den über 30 Kilometern, die ich heute in der Hitze zurückgelegt habe, sitze ich nun frisch geduscht in Laredo in einer Bar mit guter Musik, netter Gesellschaft und bei herrlichem Wetter! So macht das pilgern Spaß :-)

Das war der letzte Teil vom 14.10.2012 und leider ein wenig Bilder, ich hab an dem Abend keine mehr gemacht. Bald geht es weiter mit neuen Abenteuern ;)

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